Indienaustausch 2013

Indien-Austausch

„The Sagar School is the best school in India's land."

Das ist auch schon alles was man über die Schule sagen kann! (...)

Schön, dass ihr doch etwas mehr über die Schule erfahren wollt ;)! Unser erster Eindruck von der Schule hat sich mehr oder weniger mit der Zeit bestätigt. Als wir samstags völlig übermüdet in der Schule angekommen sind, wurden wir sehr freundlich aufgenommen und konnten direkt auf unsere Zimmer gehen. Danach wurden wir über den Campus geführt und waren erstaunt darüber, wie viele Angebote die Schule hat. Von Fußballplätzen über ein Schwimmbad bis hin zum Observatorium war alles da. Die Schule spezialisiert sich außerdem sehr auf sportliche Aktivitäten. Von den Schülern wird man immer freundlich gegrüßt und auch mit unseren Buddies verstehen wir uns sehr gut. Zudem ist das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sehr freundschaftlich.

Naja und was das Essen angeht: abwechslungsreiches Essen ist definierbar ;) Reis können wir die nächsten Monate, der ein oder andere vielleicht auch das nächste Jahr, nicht mehr sehen. Außerdem war das Essen sehr scharf, aber mit der Zeit konnte man sich daran gewöhnen. Immerhin konnten wir auf Ausflügen die Lehrer überreden mal zum KFC oder McDonalds zu gehen, worüber diese im Nachhinein auch nicht unglücklich waren.

Ein normaler Tag sieht ungefähr so aus:

  • 5.45 Uhr Weckdienst
  • 6.15 Uhr Morgensport. (Yoga, Joggen, Schwimmen)
  • 6.40 Uhr-7.30 Uhr Wash and change
  • 7.30 Uhr Assembly (Versammlung der Schülers um den Tag einzuleiten)
  • 8.00 Uhr Frühstücke
  • 8.30 Uhr Programm für die Deutschen Schülers/ Unterricht für Indische Schülers
  • 11.15 Uhr Refreshment (Kleine Snacks)
  • 11.30 Uhr Programm/ Unterricht
  • 13.30 Uhr Mittagessen
  • 13.45 Uhr-15.45 Uhr Pause
  • 15.45 Uhr Sport
  • 17.15 Uhr Refreshment
  • 17.30 Uhr Programm/ Unterricht/ Sport
  • 20.30 Uhr Abendessen
  • 21.30 Uhr Lights off (Mehr oder weniger eingehalten...)

Die Tage waren wie man sieht sehr durchplant. Dennoch wurden uns zum Beispiel Kamelreiten oder ein kleiner Ausflug in ein Nachbardorf ermöglicht. Zu unserer großen Freude ;) haben wir sowohl Hindi-, Kunst- als auch Mathe- und Musikunterricht bekommen. Der Unterrichtsstil war sehr ungewohnt und wir haben, zu unserer eigenen Verwunderung, deutsche PowerPoint - Präsentationen sehr vermisst.

Am 16. Oktober 2013 hatten wir das Vergnügen, eins der seltenen schwarzen Kamele zu reiten. Als wir uns vormittags vor der Dining Hall der Sagar School versammelt hatten, kam es auf einmal mit zwei Männern um die Ecke, lief auf uns zu und kniete sich schwerfällig vor uns hin. Zwischen seinen beiden Höckern trug es einen bunten Sattel, auf dem zwei Leute Platz hatten, und war auch sonst schön geschmückt. Von dem Besitzer erfuhren wir, dass das Kamel eine Woche ohne Wasser auskommen kann und wenn es einmal trinkt, ungefähr zehn Liter zu sich nimmt. Nachdem es gefressen hatte und wir unsere Fotos gemacht hatten, war es soweit und die ersten zwei Mutigen durften aufsteigen. Der Aufstieg war steil und der Ritt selbst ziemlich schaukelig, aber der Abstieg dennoch das Lustigste. Wegen der Größe des Kamels konnte man nicht einfach abspringen, sondern musste warten, bis das Kamel sich hingekniet hatte. Also ging es zuerst mit den Vorderbeinen runter, wobei sich der Vordere ziemlich gut festhalten musste, und danach mit den Hinterbeinen, wobei das Kamel einen leidenden und willenlosen Eindruck machte. Nachdem jeder einmal geritten war, hatten die Schüler der Sagar School Pause und viele Lehrer nutzen die Gelegenheit und setzten sich auch drauf und genossen den Ausblick von da oben. So wurde das Kamel zur Attraktion! Insgesamt war es für uns eine einzigartige und schöne Erfahrung, die uns sehr viel Spaß gemacht hat.

Der Ausflug ins Dorf

An einem heißen und sonnigen Nachmittag am 15. Oktober 2013 besuchten wir zusammen mit den indischen Lehrern das Nachbardorf der Sagar School. Das Dorf wurde mithilfe der Schule erbaut und erhält auch regelmäßig Fördermittel sowie Besuche durch die Schüler und Lehrer, die die Kinder unterrichten. Nachdem wir uns auf den Weg gemacht und hatten, wurden wir zuerst von Schlangen und anderen Tieren gewarnt. Auf halbem Weg bemerkte eine der Lehrerinnen, dass wir auf dem falschen Weg waren. Also liefen wir den Weg wieder zurück und nahmen aber diesmal den richtigen Weg. Auf dem Weg sahen wir Hunde, Kamele, Kühe, Kinder und Anwohner, sowie einen Bauern, der lautstark indisches Radio beim Traktorfahren hörte. Nach einer Wanderung von ungefähr einer halben Stunde erreichten wir das Dorf. Die Anwohner waren sehr verwundert über unseren Besuch. Dann gingen wir in den Innenhof einer indischen Familie. Die Ausstattung war einfach, aber dennoch war jedes der Kinder gekleidet und es gab auch fließendes Wasser. Von daher sind die Menschen dort doch noch besser dran als die, die gar kein Dach über dem Kopf haben. Zwischendrin  bekam jeder von uns einen „Lassi", ein süßes oder salziges Yogurtgetränk; danach wurden Fotos gemacht. Wir verabschiedeten uns anschließend und gingen wieder nach Hause, voll mit neuen Eindrücken.

Dehli

Nach einer dreistündigen Fahrt kamen wir in der mit 12565901 Einwohnern bevölkerten Hauptstadt, Dehli an. Anschliessend wurden wir mithilfe von Rikschas zu einer nahegelegenen Moschee Jama Masjid gefahren. An der Attraktion angekommen wurden wir selbst zur Attraktion, da uns zahlreiche Einwohner gebeten haben Fotos mit uns zumachen. Ein paar Fotos später verließen wir die Moschee und kehrten zu unseren Rikschas zurueck, die uns auf holprigen Wege direkt zu dem weltbekannten Red Fort führten. Nach dem Kauf der Tickets gingen wir durch die in Indien sehr häufig ausgeprägten Sicherheitskontrollen. Dahinter befanden sich jede Menge Verkaufsstände, die typische indische Waren verkauften wie beispielsweise Saris. Im Redfort besichtigten wir traditionelle , einheimische und sehr faszinierende  Architektur, die uns ins Staunen versetzte. Danach besuchten wir das im Red Fort enthaltene Museum welches die damalige Kriegsaustattung bzw die Kleidung des Mogulkaisers Shah Jahan zur Schau stellte.  Darauf folgend und mit einer besonderen Erfahrung mehr, warteten wir in der Hitze Dehlis auf den Bus der Sagar School der uns  zum 42 Meter hohen Bogen, dem India Gate, beförderte. Im völlig überhitzten Bus, in dem es zwischenzeitlich 40 Grad hatte, da die Klimaanlage ausgefallen war, wurden wir in die Nähe des Qutub Minar,  gebracht, um Fotos davon zu machen. Während wir im Kfc unser Mittagessen zu uns nahmen, wurde die defekte Klimaanlage des Busses in einer Werkstatt repariert.

Jaipur

Am Samstag, den 19.10.2013, startete unser Ausflug nach Jaipur. Wir fuhren in zwei  gemieteten Geländewagen (8Sitzer)  mit  18! Leuten in die Landeshauptstadt des Bundesstaates Rajasthan. Nach einer sehr holprigen Fahrt erreichten wir unser Ziel und bezogen  unsere schönen Hotelzimmer. Dort konnten wir das hoteleigene W-LAN ausnutzen und Kontakt mit unseren Familien und Freunden haben. Anschließend ging es mit zwei Lehrern der Sagar School, unsere Partnerschule und Aufenthaltsort, in ein indisches Kaufhaus, wo wir Souvenirs günstig einkaufen konnten. Nachdem wir alle ein Schnäppchen erstanden hatten, ging es in den City Palace der Stadt Jaipur. Mit einem überaus motiviertem Reiseführer gestaltete sich dieser Programmpunkt als sehr gelungen und wir konnten einen  Einblick in einen Teil der indischen Geschichte erlangen. Danach "shoppten" wir uns durch die Märkte Jaipurs. Dort kauften wir unter anderem "Saris", die typische Landestracht der indischen Frau wie auch tolle Armbänder. Im Anschluss ging es nach einer kurzen Pause im Hotel zu einem großem indischen Fest. Dort wurden indische Tänze aufgeführt, artistische Leistungen erbracht und leckere indische Spezialitäten angeboten, die uns jedoch nicht sehr zusagten. Nach einer erholsamen Nacht im Hotel brachen wir zum Frühstück bei McDonalds auf. Das Elefantenreiten stand als nächstes auf dem Programm. Jeweils zu zweit brachten uns die majestätischen Rüsseltiere auf die hochgelegene Burg Amber Fort von der man einen atemberaubenden Ausblick hatte. Unsere letzte Sehenswürdigkeit war der „Palace of the Winds". Die eindrucksvolle Architektur lieferte viel Fotomaterial und versetzte uns ins Staunen. Nach einem erfrischenden Aufenthalt im KFC endete unser toller Auflug nach Jaipur. Der Ausflug war für alle Beteiligten sehr eindrucksvoll und eines der schönsten Erlebnisse in Indien.

Agra

Am vorletzten Tag unseres Indien Aufenthaltes hieß es ein letztes Mal früh aufstehen um einen Tagesausflug zu unternehmen. Vor der Dining Hall war jedoch von Bus und Begleitperson noch keine Spur als wir uns viertel vor fünf trafen. Erst gegen fünf Uhr konnten wir die Reise antreten. Nun hieß es eine lange Busfahrt abzusitzen. Die fünf- bis sechsstündige Busfahrt nach Agra wurde hauptsächlich zum Schlafen oder Musik hören genutzt. Als wir dann endlich Agra erreichten waren schon alle auf das Taj Mahal gespannt, welches wir an diesem Tag besichtigen sollten. Als wir den Bus verließen wurden wir direkt von einem stechenden Geruch begrüßt der uns auf dem Fußmarsch zum Taj Mahal begleitete. Dort angekommen kauften wir die Tickets und freuten uns nun endlich das indische Weltwunder besichtigen zu können. Gemeinsam mit dem Französischlehrer der Sagar School gingen wir durch die Sicherheitskontrolle in das Innere der Anlage. Nachdem wir von diversen Indern angesprochen wurden, ob wir einen Touristenführer, Postkarten oder Getränke bräuchten ging die Besichtigung dann endlich los. Uns wurde erklärt wo man fotografieren durfte, wo nicht und wo man den extra dafür vorgesehenen Schuhüberzug anziehen musste. Alternativ dazu konnte man jedoch auch barfuß laufen. Nun betraten wir das Taj Mahal, welches ein Grabmal des Großmogul Shah Jahan für seine verstorbene Frau ist. Neben den vier Minaretten bildet das Grabmal in der Mitte das Herz des Taj Mahal. Im Westen, in der Richtung von Mekka steht eine Moschee. Symmetrisch dazu liegt im Osten ein Gästehaus mit gleichem Grundriss. Nachdem wir mit der Besichtigung des Taj Mahals fertig waren wurden noch einige Gruppenbilder und Einzelbilder vor dem indischen Weltwunder geschossen. Im Anschluss verließen wir die Anlage und brachen zu einer zweiten Sehenswürdigkeit in Agra auf, dem Agra Fort, welches auch als Red Fort bezeichnet wird. Um zum Agra Fort zu gelangen nahmen wir eine Kutsche, die von einem Kamel gezogen wurde. Nachdem alle aufgestiegen waren und auf den engen Rückbänken Platz gefunden hatten, begann die holprige Fahrt, die ungefähr zehn Minuten dauerte. Das Agra Fort liegt auf einem teils von Menschenhand aufgeschütteten Hügel am Ufer des Yamuna-Flusses und hatte für uns ziemliche Ähnlichkeiten mit dem Red Fort, welches wir Delhi bereits besichtigten. Zum Abschluss des Agra-Ausfluges besuchten wir anschließend noch einen McDonalds in Agra um uns dort für die Rückfahrt zu stärken. Nach ungefähr sieben Stunden Busfahrt erreichten wir abends dann wieder die Sagar School.

Statistik des Indienaustauschs 2013

  • 3          gestrickte Socken
  • 7          Glas Nutella (mindestens)
  • 5          Stunden, die Aaron seine Schuhe verloren hatte
  • 1          Millionen Male, die die Schüler betont haben, nie wieder Reis zu Essen.
  • 1          Schlagloch nach dem anderen auf indischen Straßen
  • 3          Fluchtlichtscheinwerfer, die ausgetauscht werden mussten, damit das Freundschaftsvolleyballmatch zwischen deutschen
    Schülern und indischen Sportlehrern ausgetragen werden konnte. (Endstand nach drei Sätzen 2:1 für die indischen Lehrer)
  • 1          Affe, der 6 Wachleute einen ganzen Nachmittag in Atem hielt, weil er sich nicht vom Campus vertreiben lassen wollte.
  • =          21 Tage voller neuer Erfahrungen, netter Menschen und neuen Freunden.



(...) Und nicht zu vergessen hunderte neue akustische Eindrücke, denn mindestens so viele verschiedene Huptöne hört man auf indischen Straßen. Generell gilt wohl, wer die schönste Hupe hat, bekommt Vorfahrt, aber wie drückten es unsere Schüler so treffend aus: „No one cares!"

 

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