Offene Ganztagesschule

Bildung ist der Schlüssel für individuelle Lebenschancen und kulturelle Teilhabe, für Entwicklung und Innovation. Die Teilhabe aller an Bildung und Ausbildung ist die zwingende Voraussetzung dafür, dass keine Begabung ungenutzt bleibt. Gesellschaftliche Veränderungen, vor allem im familiären Umfeld, stellen für viele Eltern und Kinder neue Herausforderungen dar. Doppelverdiener-Haushalte und Alleinerziehende stoßen im traditionellen Bildungssystem zunehmend auf Probleme.
Ganztägige Bildung und Erziehung schaffen erweiterte Möglichkeiten, alle Talente zu fördern und die Schwächen auszugleichen. Zudem wird es Eltern durch ganztägige Angebote leichter gemacht, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Aus diesem Grund fordern vor allem Politik, Wirtschaft und Elternverbände die Einführung von Ganztagesschulen.
Die Stadt Neckarsulm und das Albert-Schweitzer-Gymnasium reagieren auf diese veränderten Anforderungen an einer Schule, und so wurde das Albert-Schweitzer-Gymnasium ab dem Schuljahr 2008/2009 zur offenen Ganztagesschule. Offen bedeutet, dass es keine generelle Verpflichtung gibt, zwingend am Ganztagesbetrieb teilzunehmen.
Jedes Kind kann frei entscheiden, an welchen Angeboten es teilnimmt und an welchen nicht. Eine Anmeldung für die einzelnen Angebote ist immer für ein halbes Schuljahr verpflichtend. Dies gibt Ihnen als Eltern die Sicherheit, dass Ihr Kind in diesem Zeitraum beaufsichtigt ist.
Kinder und Jugendlichen, die kein Angebot aus dem Ganztagesbetrieb wahrnehmen, haben Unterricht nach Stundenplan, können jedoch ebenso wie die Ganztagesschüler ihr Mittagessen in der Schule einnehmen. Für die Nicht-Ganztagesschüler bedeutet die Einführung der offenen Ganztagesschule nur eine Verlängerung der Mittagspause um zehn Minuten auf 55 Minuten.

Was sind nun die wesentlichen Elemente des offenen Ganztagesangebotes am ASG?

Rhythmisierung des Tages- und Wochenablaufes

Die Einführung des Doppelstundenmodells hat am Albert-Schweitzer-Gymnasium schon in den vergangenen Jahren zu einer veränderten Rhythmisierung des Tages- und Wochenablaufes geführt. Die Lehrerinnen und Lehrer haben mit dem Doppelstundenmodell vielfältigere didaktische und methodische Möglichkeiten. Lernzirkel, Freiarbeit und Projektarbeit können einfacher mit den bisherigen Unterrichtsmethoden verknüpft werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich weniger auf verschiedene Lerninhalte an einem Tag einstellen und haben so die Möglichkeit Gelerntes besser zu vertiefen.
Bei der Entwicklung des Ganztagesangebotes und der neuen Rhythmisierung des Tages- und Wochenablaufes war es uns wichtig die Vorteile des Doppelstundenmodells aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Kreative Betätigung, selbstständige Arbeitsphase, Bewegung und Entspannung, Zeit für individuelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler sowie Gespräche, Pausengestaltung und Mittagessen fügen sich nun zu einem ganzheitlichen Lern- und Lebensumfeld zusammen. Wie Sie der beiliegenden Stundentafel entnehmen können, haben wir weitestgehend an den Doppelstunden festgehalten. Diese werden ergänzt durch einige Einzelstunden, die beispielsweise den Fremdsprachen die Möglichkeit geben, durch häufigeres Üben den Wortschatz besser zu vertiefen.

Methodikunterricht

Wir haben im Schuljahr 2003/2004 ein Methodencurriculum entwickelt, das in verschiedenen Bausteinen die Methoden- und Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler fördern und weiterentwickeln soll. Die Bausteine bestehen aus wöchentlichen Methodikstunden und zwei ganztägigen Trainingseinheiten zur Methodik, die die Schüler zunächst bei der besseren Bewältigung der Aufgaben unterstützen, mit denen die Schule die Kinder und Jugendlichen täglich konfrontiert. Am Methodiktraining nehmen nicht nur die Ganztagesschüler, sondern alle Schülerinnen und Schüler teil.

Tastaturschulung (TS)

Der Computer ist aus dem heutigen Schul- und Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund erlernen alle Schülerinnen und Schüler am ASG bereits in Klasse 5 im Rahmen der Tastaturschulung das Zehn-Finger-Schreiben.

Hausaufgabenbetreuung (HB) und Selbst-Organisiertes-Lernen (SOL)

In der Klassenstufe 5 nehmen alle Schülerinnen und Schüler eine Stunde pro Woche an einer Haus-aufgabenbetreuung durch den Klassenlehrer teil. Hier werden die Hausaufgaben in Stillarbeit erledigt und der Klassenlehrer steht für Fragen zur Verfügung.
Die Ganztagesschüler erledigen weiter an mindestens zwei Terminen in der Woche ihre Hausaufgaben in Kleingruppen von fünf bis sieben Schülerinnen und Schülern, die jeweils durch einen Schülermentor aus der Oberstufe unterstützt werden. In diesem Gruppen organisieren die Schülerinnen und Schüler ihren Lernrhythmus mit Hilfe der Schülermentoren selbst (SOL). Hilfestellungen zur Planung ihres Wochenplans für die Hausaufgaben erhält Ihr Kind auch im Methodiktraining. Ganztagesschüler können an einem AG-Nachmittag an weiteren betreuten SOL-Gruppen (Hausaufgabenbetreuung) teilnehmen.
Die Hausaufgabenbetreuung an der Schule bedeutet jedoch nicht, dass Ihr Kind zuhause nichts mehr lernen muss. Hier ist vor allem zwischen Hausaufgaben und dem weiteren Lernen zu unterscheiden. Vokabellernen, das Wiederholen von Unterrichtsstoff, das Vorbereiten von Referaten oder das Lernen für Klassenarbeiten und Tests sind Bausteine, die nicht vollständig an der Schule erledigt werden können und die Ihr Kind auch weiterhin zumindest teilweise zu Hause durchführen muss.

Mittagessen – Mensa

Mit dem Schuljahr 2008/2009 eröffnete am Albert-Schweitzer-Gymnasium die neue Mensa. Diese wird durch den Kochverein, in dem viele Mütter und Väter ehrenamtlich tätig sind, betrieben. So ist es möglich von Montag bis Donnerstag ein kostengünstiges Mittagessen anzubieten. Ganztagesschüler nehmen ihr Mittagessen am ASG ein. Natürlich können sie auch von zuhause mitgebrachte Speisen verzehren. Nicht-Ganztagesschüler können auch am ASG Mittag essen.

Entspannung und Bewegung

Nach dem Mittagessen werden verschiedene Aktivitäten im Freien und innerhalb des Schulgebäudes angeboten. Dies können jedoch an verschiedenen Wochentagen unterschiedliche Angebote sein.

Arbeitsgemeinschaften

Die bereits vorhanden interessanten Angebote werden in den Gesamtplan integriert und an zwei Nachmittagen in der Woche durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler, welche das Ganztagesangebot annehmen, wählen nach ihren Vorstellungen eine oder zwei Arbeitsgemeinschaften aus und verpflichten sich zu Teilnahme für ein Schuljahr.
Die AG-Liste ist noch nicht ganz vollständig, voraussichtlich wird es folgende Angebote geben: Chor, Theater, Multi-Media, Homepage, Tanz, Handball, Fußball, Turnen, Leichtathletik, Kochen, ...

Für die Stadt Neckarsulm ist die Einführung einer Offenen Ganztagesschule am ASG nicht nur eine politische Worthülse, sondern sie wird ihrer Verantwortung als Schulträger gerecht und schaffte zum Schuljahr 2008/2009 durch den Mensa-Neubau und durch weitere neue Räume die Möglichkeit Schülern und Lehrern ein Lernumfeld, indem eine sinnvolle Ganztagesbetreuung möglich ist.

Die Anmeldung zu den einzelnen Angeboten erfolgt in den ersten beiden Wochen des Schuljahres.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Ihre Ganztagesschulgruppe am ASG

Dorothee Krumm (OStR)