Stadt Neckarsulm ehrt Ferdinand Czak zum 90. Geburtstag

Früherer Stadtrat, Sportlehrer & Handballtrainer begeistert noch heute Jung & Alt

Die aktive Zeit des früheren Neckarsulmer Stadtrats Ferdinand „Ferdl“ Czak als Kommunalpolitiker, Sportlehrer und Handballtrainer liegt zwar schon Jahrzehnte zurück. „Aber auch heute noch sind Sie bei Jung und Alt bekannt“, stellte Oberbürgermeister Joachim Scholz fest. „Jugendliche Handballspieler sind nach wie vor von Ihnen begeistert.“ Zum 90. Geburtstag ehrte die Stadt Neckarsulm Ferdinand Czak mit einem Empfang im Rathaus. Als Ehrengäste begrüßte OB Scholz die Neckarsulmer Ehrenbürger Kurt Bauer und Volker Blust, den früheren Oberbürgermeister, sowie den früheren Baubürgermeister Reinhard Wille. Auch ehemalige und amtierende Stadträte, Vertreter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) und Handballer der damaligen Sportvereinigung Neckarsulm nahmen am Empfang teil und gratulierten Ferdinand Czak zum Geburtstag. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Violoncello-Duo der Städtischen Musikschule.

Sein Markenzeichen, die hohe Fitness, habe sich Ferdinand Czak auch mit 90 Lebensjahren bewahrt, urteilte Joachim Scholz. „Im Vergleich zu Ihrem 80. Geburtstag sind Sie kaum älter geworden.“ Sportlichen Einsatz, Fairness und eine glänzende Kondition habe der Jubilar bei allem bewiesen, was er in seinem Leben angepackt habe. 50 Jahre lang organisierte der frühere Sportpädagoge das legendäre ASG-Handballturnier, begründete dabei einen regen wechselseitigen Austausch zwischen jungen Sportlern in Neckarsulm und Dortmund und brachte den Handballsport als „internationaler Handball-Botschafter“ sogar bis in die italienische Partnerstadt Bordighera. Als Handballtrainer führte Ferdinand Czak die Mannschaft der damaligen Sportvereinigung Neckarsulm von der untersten in die oberste württembergische Klasse, die Verbandsliga. Für seine sportlichen Verdienste wurde der frühere Trainer 2003 zum Ehrenmitglied der Sportvereinigung ernannt. Darüber hinaus war Ferdinand Czak 30 Jahre lang als Schulsportreferent des Landes und Verbandslehrwart des Handballverbandes Baden-Württemberg tätig.

Auch als Stadtrat habe Ferdl Czak seiner Stadt die Treue gehalten, versicherte Joachim Scholz. Von 1968 bis 1992 gehörte der Jubilar als Mitglied der Freien Wählervereinigung (FWV) dem Gemeinderat an. 2006 wurde er Ehrenmitglied der FWV. In seiner aktiven Zeit als Kommunalpolitiker habe Ferdinand Czak viele Bauvorhaben und gesellschaftliche Entwicklungen begleitet, so Scholz, darunter auch die Kommunalreform. „In dieser hitzigen Zeit waren Persönlichkeiten wie Sie wichtig, die einen kühlen Kopf bewahrten und sachlich argumentierten.“ Auch die Bürger in Neckarsulm hätten den Einsatz von Ferdl Czak geschätzt. Sechsmal wurde er als Mitglied des Gemeinderates wiedergewählt. „Sie haben sich für die Stadt, den Sport und die Kultur überdurchschnittlich eingesetzt“, erklärte Joachim Scholz. „Sie haben sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht.“ Mit diesen Worten gratulierte OB Scholz zum Geburtstag und appellierte an den Jubilar, weiterhin fit und gesund zu bleiben. „Damit wir den Empfang zu Ihrem 100. Geburtstag feiern können.“

Ferdl Czak war für die Freien Wähler ein „Mann der ersten Stunde“

Im Namen der Freien Wähler gratulierte Stadträtin Ingrid Böhringer zum Geburtstag. Sie würdigte das Gründungsmitglied der FWV als „Mann der ersten Stunde“: „Ohne Dich gäbe es uns so heute nicht.“ Auch über seine aktive Zeit als Stadtrat hinaus habe sich Ferdl Czak für die Wählervereinigung eingesetzt. So habe er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv im Vorstand mitgearbeitet und dazu beigetragen, dass die FWV 1996 als Verein eingetragen wurde. Seit 2006 ist der Alt-Stadtrat Ehrenmitglied der Freien Wähler.

Die Glückwünsche der Schulleitung, der gesamten Schulgemeinschaft und der ehemaligen Schüler des ASG überbrachte der stellvertretende Schulleiter Marco Haaf. In seiner Zeit als Sportpädagoge von 1957 bis 1983 habe Ferdinand Czak am ASG eine Handballtradition geschaffen, „die immer noch intakt ist“. Marco Haaf rief ein Zitat des verstorbenen ehemaligen Landrats und Vorsitzenden des Sporthilfe Unterland e.V., Klaus Czernuska, in Erinnerung: „Wir brauchen in Sport und Gesellschaft Leuchttürme, an denen sich junge Menschen orientieren können.“ Ferdl Czak sei für das ASG ein solcher Leuchtturm. Aus diesem Grund werde das ASG den höchsten Raum im Neubau, Zimmer 87, in „Ferdl Czak-Zimmer“ umbenennen, kündigte Marco Haaf an. „Ich hoffe, dass so der Leuchtturm Ferdl Czak auch zukünftigen Schülergenerationen den Weg weisen wird.“

Der Geehrte bedankte sich bei OB Scholz für den Empfang und die Worte des Lobes und der Anerkennung: „Sie haben mir damit ein besonderes Geschenk gemacht.“ Sport, Kultur und Politik hätten sein Leben ausgemacht. „In diesen drei Bereichen habe ich immer wieder versucht, gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen. Einen besonderen Dank richtete Ferdinand Czak an seine Ehefrau Ute: „Nur mit ihrer Unterstützung konnte ich ein Leben lang für andere so erfolgreich sein.“ (snp)

[Quelle: http://www.neckarsulm.de/main/online-rathaus/aktuelles/]